Zur Info-Seite Zum ersten Tag Zum vorherigen Tag Dienstag, 16.7.1996 Zum nächsten Tag Zum letzten Tag

Udo tauscht die Reifen aus

Nach dem letzten Bergtag sollte es heute mal etwas gemütlicher werden. Wir machten bloß eine Tour in die Stadt und fuhren etwas in der näheren Umgebung des Campingplatzes herum.
Die restliche Zeit verbrachten wir mit Gammeln und Goldwaschen im und am Rhein, der direkt an unserem Zelt vorbeifloss. Ich wechselte noch meinen abgefahrenen Reifen. Und zwar wechselte ich den vorderen mit dem hinteren. Vorne war das Profil noch in Ordnung, und der abgefahrenen war für das Vorderrad noch vollkommen ausreichend, denn die Hauptlast, vorallem wenn man mit Gepäck unterwegs ist, die muss wohl der Hinterreifen ertragen. Mit diesem Umbau bin ich jedenfalls die übrige Tour pannenfrei gefahren. um

Frühstück mit Aussicht



Tunnel am Lukmanier

Beim Erradeln der Umgebung fanden wir eine Nebenstraße, die einfach im (!) Berg verschwindet. Ein schmaler, einspuriger, spärlich beleuchteter Tunnel führte scheinbar in die Unterwelt. Natürlich mussten wir ausprobieren, wo man da wohl hinkommt. Also Licht an und auf geht's! Der Tunnel war sicher einige km lang und bergauf ging's im Inneren auch. Trotz der Steigung sind wir recht schnell hindurchgetrampelt, da die enge, dunkle Röhre schon etwas bedrückend war. um

Hoch über Disentis/Muster

Hinter dem Tunnel fanden wir uns bei einer kleinen Ortschaft mit Superblick bis ins Tal und zum Campingplatz, wieder. um



Da es von dort oben aber nirgendswohin weitergeht, jedenfalls nicht mit dem Fahrrad, mussten wir auch wieder durch die Dunkelheit zurückfahren. Naja, zurückfliegen wäre vielleicht das bessere Wort gewesen, denn bei der spärlichen Ausleuchtung bekam man recht schnell wieder das beliebte Freefall-Feeling. um


Eigenartige Einfahrt in den dunklen Tunnel



Für diese weltweit wahrscheinlich einmalige Art, das ortsfremde, fahrende Volk zu verwirren, könnte es zwei Gründe geben:
1. Der für die Planung Verantwortliche hat früher Autobahn-Auffahrten konstruiert, bevor er nach Disentis/Muster strafversetzt wurde. Er war wahrscheinlich verantwortlich für die immer wieder auftauchenden Geisterfahrer auf den Autobahnen.
2. Dies ist gar keine Spur zum besseren Linksabbiegen und Einfahren in den Tunnel nach Mompé-Medel. Der Ablauf muss wohl folgendermaßen sein: Radfahrer sind von dem oben beschriebenen Freefall-Gefühl so begeistert, dass sie das Ende des Tunnels nicht rechtzeitig bemerken. Offensichtlich, dass sie ohne diese Kurve die selbe nicht mehr kriegen und in den Abgrund stürzen würden. Bevor die Radler den Tunnel mit überhöhter Geschwindigkeit verlassen, werden selbstverständlich alle Ampeln von als Bauarbeiter verkleideten, strafversetzten Verkehrspolizisten auf rot geschaltet. hr


Beim Goldwaschen

Wenn's mir mal in meinem Job nicht mehr gefällt, wandere ich nach Disentis/Muster aus. Täglich mindestens ein Kilo Gold sind nach Aussage des Ober-Goldwaschers am Campingplatz (mit eigenem Waschutensilien-Verleih als Nebenverdienst) locker drin. Wo sonst hat man in seiner Nachbarschaft gleich einen eigenen Hausschildschnitzer? hr

Bergsteigen am Campingplatz

Am Abend beschlossen wir, aus der eigentlich geplanten "Tour de France" eine "Tour de Suisse" zu machen, bei der wir wieder bis nach Deutschland zurückradeln. Die Rückreise mit der Bahn von Genf aus hatte uns allen doch etwas im Magen gelegen. um



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