Zurück

1. Tag
2. Tag
3. Tag
4. Tag
5. Tag
6. Tag
7. Tag
8. Tag
9. Tag
10. Tag
11. Tag
12. Tag
13. Tag
14. Tag
15. Tag
16. Tag
17. Tag
18. Tag
19. Tag
20. Tag
21. Tag
Alpen 94 II

Alpen 94 I - Die Tour

Motto: Auf in den sonnigen Süden - drei Wochen über alle schweizer Berge.

1. Tag (Montag, 1. August)

Hinfahrt mit der Bahn:
Schweinfurt - Bamberg - Nürnberg - Ulm - Lindau - Bregenz
Bregenz 400m (-)
über Götzis, Klaus, Satteins und Thüringen nach
Tschagguns, Vorarlberg; "Camping-Zelfen"; A1530 628m
Ankunft 18.45 Uhr
Kiosk, Aufenthaltsraum, Duschen ÖS 10,--

Tkm.: 73; Thm.: 548; Tpq.: 1:0,75; Thd.: +228m

Im Zug treffen wir 2 Radfahrer, die von Nürnberg nach Lindau
fahren wollen. Wir vergleichen unsere Zugverbindungen (beide
von Bahnhof N erstellt) - Demnach hätten sie 1 mal weniger
umsteigen müssen als wir, und wären eine halbe Stunde früher
in Lindau gewesen. Natürlich haben wir uns den beiden
angeschlossen. Was lernen wir daraus? Wenn man eine Bahnreise
plant, sollte man sich am besten von allen Schaltern mal eine
Auskunft einholen, um die schellste Verbindung zu finden.
In Lindau trennen sich unsrere Wege: Die beiden wollen eine
Bodenseeumrundung machen. Im Prinzip haben wir das ja auch vor,
aber im Schnitt sind wir dabei mehrere Hundert Kilometer vom
See entfernt.

Unterwegs lockert sich mein Gepäckträger (Oh Frank was für ein
Murks!), eine Werkstatt kann mit einer Mutter helfen. Leichter
Regen beginnt. Am Abend starker Regen.
Der Regen auf dem Zelt drückt meine Laune, ich beneide Albert.
Wir stellen uns vor, wie er kotzend auf meinen Balkon liegt und
sich sonnt. Gemein, aber der Albert wird es uns hoffentlich
nachsehen. Ich nerve die anderen 2 mit meinem ständigen: "Nürnberg,
40 Grad auf dem Balkon und ich Depp muss mir hier den A.... abfrieren."

2. Tag (Dienstag, 2. August)

Bieler Höhe (P 1), 12:00 Uhr 2032m (+)
14:30 Uhr: Landeck, Tirol; "Riffler"; A2100 800m (-)
1 Dusche, kostenlos
Silvretta-Hochalpenstraße, Vermunt-Stausee, Silvretta-Stausee.

Tkm.: 84; Thm.: 1376; Tpq.: 1:_____; Thd.: +172m

Der erste Berg! Es klappt ganz gut für den Anfang!
Das Wetter wird besser - ich ernte einen saftigen Sonnenbrand.
Heute könnte Albert uns beneiden!

Die unfreundliche Wucherpizzeria wird boykottiert!
Hier gibt's ja schließlich einen Hofer (Der Hofer am dem zu seiner
Zeit das berühmte "So!" erfunden wurde). Auch einen gut getarnten
Billa treiben wir auf (die FruFru Versorgung ist gesichert).

3. Tag (Mittwoch, 3. August)

Fließ 1066m
Pillerhöhe (P 2), 9:30 Uhr 1558m (+)
Prutz (Fru-Fru-Pause) 900m (-)
Norberthöhe (P 3), 14:15 Uhr 1461m
Reschenpaß (P 4) 1504m (+)
Prad; "Sägemühle"; I3206 915m (-)
Kiosk, kostenlose LuDus (Luxusduschen)

Tkm.: 97; Thm.: 1704 Tpq.: 1:_____; Thd.: +115m

Klaus hat Plattfuß vorne bei Abfahrt von Pillerhöhe (wo's grad
am steilsten ist). Nach mehrmaligem Flicken und Pumpen in Prad
neuen Schlauch gekauft. Das Wetter passt zum "sonnigen Süden".
Auffahrt zur Pillerhöhe: Supersteil aber dafür total autofrei!
Auffahrt zur Norberthöhe: Kaum Steigung dafür aber total "schattig"!

Heute gelingt es uns allen einen netten Sonnenbrand mitzunehmen.

In Südtirol gibt es wenigstens noch wirklich gutes Radioprogramm:
Innerhalb einer Stunde werden die beiden "Welthits" Sternenhimmel
und Der goldene Reiter gesendet! Ein wirklich nettes Schlafsackhupferl!
Letzter Tag in Österreich, ab hier beginnt die FruFru-freie Zone.

4. Tag (Donnerstag, 4. August)

Franzenshöhe, 10:15 Uhr, 19,4 km ab Prad
Stilfser Joch (P 5), 11:45 Uhr 2757m (+)
Der höchste Punkt der Tour.
Abzweigung 2490m (-)
Umbrailpass (P 6) 2501m (+)
Der Abstecher für ein "Pass-Foto".
Camping in Valdisotto (nicht im Campingführer) 1200m
Duschen mit Marken & Schalter, sehr gefährliches Equipment.

Tkm.: 54; Thm.: 1864; Tpq.: 1:_____; Thd.: +285m

Auffahrt zum Passo Stelvio: Mein Lieblingsberg, 48 Kehren bis
zum Gipfel (Countdownartig von oben nach unten durchnumeriert).
Ich teste auf dem Stilfo die Empfindlichkeit einer Auto-
Alarmanlage; Ergebnis: sehr empfindlich. Ergebnis Nummer 2: Die
umstehenden Leute sind sehr unempfindlich (keine Reaktion auf
das minutenlange Pressluftgehupe).

Die Abfahrt nach Bormio ist "tornantig" und lang. Einspurige
unbeleuchtete Tunnel mit Geisterbahneffekt steigern den
Blutdruck!

Wetter: gut. Camping auf einer Ameisenstraße. Kurze
Laden-Öffnungszeiten und Bank in Bsrmio mit Ampeln an der Tür.

5. Tag (Freitag, 5. August)

Bormio 1217m
Passo di Foscagno (P 7), 10:20 Uhr 2291m (+)
Fahrt durch's Niemandsland.
Madna del Soccorso 2000m (-)
Passo d'Eira (P 8) 2209m (+)
Livigno 1805m (-)
Forcola di Livigno (P 9), 12:30 Uhr 2315m (+)
Bernina Pa_ (P 10) 2328m (+)
Schlarigna 1750m (-)
St. Moritz 1800m
Maloja; "TCS Plan Curtinac"; CH8480 1815m (+)
Der bisher "kälteste" Campingplatz, auch das Duschwasser
betreffend (2 kostenlose Duschen, Geld dafür zu verlangen wäre die
Krönung gewesen).

Tkm.: 104; Thm.: 2164; Tpq.: 1:_____; Thd.: +615m

4 Pässe über 2200m + Anfahrt zum Maloja (mit Gepäck). In
Silvaplana Panikeinkauf und belegter Campingplatz.
Komische Schweiz, nicht einmal ein EC-Automat zu finden, nur
eine Baracken-Bank.

1. Experimentalkochen mit "RÖSCHTI". Leider werden es wegen der
fehlenden Hitze nur so eine Art Bratkartoffeln.

6. Tag (Samstag, 6. August)

Maloja Pass (P 11) 1815m
Der "billigste" Pass der Tour.
Chiavenna 325m (-)
Leerer Stausee bei der Auffahrt.
Splügen Pass (P 12) 2113m (+)
Splügen; "Auf dem Sand"; CH8090 1460m (-)
4 Duschen 0,50 Franken (Start/Stop).

Tkm.: 69; Thm.: 1776; Tpq.: 1:_____; Thd.: -355m

Die Abfahrt von Majolapass war sehr frostig (Handschuhe nötig!). Schöner welliger Belag lies nie Langeweile aufkommen.

Auffahrt zum Splügen: "Ziemlich" warm, im Gepäck waren "nur"
die nötigsten Getränke für das ganze Wochenende (so ca. 6 l pro Person).
Ein echtes Kehrenwunder - die Autofahrer haben größte Schwierigkeiten
(viele bieten eine gute Show).

Campingplatz mit WoBa und Riesen-Aufenthaltsraum. Regen am
Nachmittag, Gewitter und Hagel (!) am Abend.

7. Tag (Sonntag, 7. August) -- ohne Gepäck --

Tkm.: 47; Thm.: 704; Tpq.: 1:_____; Thd.: 0m

Abfahrt zur Via Mala-Schlucht (mit Kiosk). Nachmittags leichte
Regenschauer. Superfotomontagepostkarte (zu besichtigen beim
großen kalchreuther Gepäckträgerbastler Frank B.)

Großer Waschtag - Die T-Shirts werden zwar nicht sauber, aber
sie riechen wenigstens wieder frisch.
Abends müssen wir etwas zusammenrücken, da 2 Motorradfahrer ihr
Zelt direkt vor unserem aufschlagen. Der eine kommt auf uns
zu und fragt ganz vorsichtig an, ob es uns etwas ausmacht.
Die Reaktion auf unsere Anwort war echt gut: "Ah ihr sprecht
Deutsch wunderbar - Ihr seid wohl aus Franken - Wir kommen aus NEA."
Was wir gesagt hatten weiß ich gar nicht mehr, viel kann es aber
nicht gewesen sein - muss wohl sehr verräterisch gewesen sein.

8. Tag (Montag, 8. August)

Warten auf besseres Wetter von 8:00 bis 11:00 Uhr
San Bernardino Pa_ (P 13), 12:00 Uhr 2065m (+)
Locarno 198m (-)
Der niedrigste Punkt der Tour.
Losone-Golino; "Campeggio Zandone"; CH9180 (?) 245m
5 Duschen kostenlos.

Tkm.: 105; Thm.: 992; Tpq.: 1:_____; Thd.: -1221m

Früh 3 Stunden WC-Warten auf besseres Wetter (alles drängt
sich in der Telefonzelle, da trocken und relativ wenig Gestank),
Wichtiger Bildungsaufenthalt, wir kennen nun alle Dienste der schweizer Telecom und fast alle schweizer Telefonnummern auswendig!
Später trocken und sauwarm (sonniger Süden). Lago Maggiore: Palmen,
Sonne, Strand und Meer (dh. See)! Beim Frisbeespielen am Camping-
platz machen wir uns viele neue Freunde (So 133g Plastik an der
Rübe kommen als Begrüßung echt gut an).

9. Tag (Dienstag, 9. August)

Santa Maria Maggiore 816m (+)
Dom¢dossola (Einkauf bei COOP) 270m (-)
Gondo (mit "Schlucht") 855m
Simplon Pass (P 14), 15:45 Uhr 2005m (+)
Ried bei Brig, Wallis; "Camping Tropic"; CH7270 900m (-)
Kiosk, 2 Kurzzeit-Duschen (1 Franken).

Tkm.: 109; Thm.: 2492; Tpq.: 1:_____; Thd.: +655m

Von Camedo nach Re mit dem wucherteuren Zug, da "Tunnel kaputt".
Auffahrt zum Simplon mit Erfrischungs-Rastplatz.
Einkauf 200m "unter dem Campingplatz" in Brig.
Scheinbar endlose Auffahrt zum Simplon, ein wahres Wunder,
dass wir jemals den Gipfel erreichten.

Sauschnelle Abfahrt (60-70 Km/h) auf glatter Straße, endlich sind
auch Horst und Klaus mal restlos von einer Abfahrt begeistert.

Weiter unten gibt es eine ca. 150m hohe Brücke. Der Seitenwind
auf eben dieser Brücke versetzt einen mehrmals um mindestens
einen halben Meter. Ich fahre praktisch auf dem Mittelstreifen
der Straße. Nach der Brücke muss ich (auch die anderen) erst einmal
anhalten und meine Nerven sortieren!

10.Tag (Mittwoch, 10. August) -- ohne Gepäck --

Abfahrt 8:30 Uhr nach Frühstück in Brig.
Zermatt (P 15), 12:45 1616m (+)
Kein Blick aufs Matterhorn (Wolken)
Zurück zum Campingplatz 900m (-)

Tkm.: 100; Thm.: 1320; Tpq.: 1:_____;Thd.:

Auffahrt zum Matterhorn: Erst sehr verkehrsreich, die letzten
6km nach Zermatt sind aber zum Glück für Autos gesperrt.

Zermatt: Das übelste Touristenkaff, das wir je gesehen haben. Samstag
früh in der Fußgängerzone wäre auch nicht mehr Trubel. überall
Touristenabzockläden mit Matterhörnern in allen Variationen. Tausende
von Touristen mit Dirndel und Seppenhut! Wir fahren durch das ganze
Gewühl (ist jedenfalls nicht explizit verboten), um das Matterhorn
möglichst nah zu sehen. Aber leider hat es sich versteckt, und
kommt auch nach längerem Warten nicht hervor.

Später Regen in Zermatt, wir warten am Bahnhof, bis es "heller"
wird.
Die Abfahrt auf dem selben Weg, den wir gekommen sind: Man rollt
etwa so schnell, wie die Autos, die wieder zahlreich unterwegs sind.
Unten im Tal scheint wieder die Sonne (angeblich war es hier den
ganzen Tag warm und sonnig).

Abends und nachts starker Regen und Wind (Udo: "Ist das Vordach
wirklich noch dran?").

2. Experimentalkochen: Bratwurst, diesmal ein voller Erfolg dank
der später berühmten "Topf als Deckel" Methode. Klaus und Horst
lästern wieder einmal über meine Kochtechniken, doch die Ergebnisse
sprechen für sich!

11. Tag (Donnerstag, 11. August)

Durch das Rh"netal nach
Ulrichen; "Camping Nufenen"; CH7295 1340m
Kiosk und 2 Duschen (0,50 Franken)

Tkm.: 44; Thm.: 784; Tpq.: 1:_____; Thd.: +440m

Ein wirklich gemütlicher Tag, für die paar Kilometer haben wir den
ganzen Tag gebraucht (x Pausen zum Sonnen und Gammeln).
Campingplatz mit Einweiser. Vis-a-vis-Laden nimmt nicht jede
Pfandflasche an! Besser (und größer, nämlich 10 qm Fläche):
"Primo" in Obergesteln.

12. Tag (Freitag, 12. August)

Regentag im Zelt. Kleiner Schreck, der "Nufo" ist gesperrt!! Die
Königin des Campingplatzes sagt aber: "Das kann nichts ernstes sein,
sonst hätten sie es im Radio durchgesagt." Zum Glück hatte sie recht.

Ich sag bloß "Radio Rottern": Der einzige Sender, den man in diesem
Tal reinbekommen hat, ohne sich die Antenne in die Nase oder sonstwo
hin zu schieben! 24 Stunden Hörerwunschkonzert, entweder spinnen die
Schweizer, oder es stand bloß die komplette Kollektion aller CD's die
je bei ALDI auf dem Wühltisch für max. 2.95DM verkauft wurden zur
Wahl. Stichwort: "Es gibt kein Bier auf Hawaii" und ähnliche
Fußnagelaufroller. Alle paar Stunden gab es dann auch noch Nachrichten
auf schweizerisch - ein Superquiz.

Beim Gammeln im Zelt werden extrem wichtige Themen erörtert - zum
Beispiel: "Wer erfand das geschnittene Brot? - Und warum?"
Auch einige Erfindungen werden erträumt: Klaus möchte endlich
selbstkühlende Eiswürfel erfinden. Für Radtouren wäre so etwas
ideal - jederzeit hätte man gekühlte Getränke. Nur 1-2 solcher
Würfel in die Wasserflasche sagt er, sollten dafür ausreichen.

13. Tag (Samstag, 13. August) -- ohne Gepäck --

Runde 40 aus dem Alpentrainingsbuch

Abfahrt 7:00 Uhr
Nufenenpass (P 16), 9:00 Uhr, 14km 2478m (+)
Airolo 1159m (-)
Durch das Tal des Zitterns (Val Tremola)
St. Gotthard-Pass (P 17), 11:55 Uhr, 54km 2108m (+)
Hospental 1452m (-)
Realp, 12:30 Uhr
Furkapass (P 18), 14:15 Uhr, 78km 2431m (+)
Zurück zum Campingplatz 1340m (-)

Heute 3 Pässe über 2100m.

Tkm.: 102; Thm.: 3083; Tpq.: 1:_____; Thd.: 0m

Udo beim Frühstück: "Die Sonne prallt, und es ist nicht kalt" (5
Grad). Obige Selbsthypnose hat übrigens wunderbar funktioniert, auch die mehrmals zur Auflockerung eingestreuten "Wir fahren mit dem Ufo hinauf auf diesen Nufo" machten den Berg ziemlich einfach. Zum Glück war wenig los auf der Straße, außerdem sagte ich (Udo) mir immer "Halb so schlimm, wenn uns einer beobachtet (bzw. belauscht). Mich kennt hier sowieso (hoffentlich!!) keiner".

Freefall-Abfahrt vom "Nufo" ca. 78km/h! Bei ca. 50km/h verliert sich meine Wasserflasche. Eigenartigerweise geht die Flasche dabei kaputt - hat wohl nix getaugt!

Auffahrt zum "Gothardo" durch das Tal des Zittern (Val Tremola):
"1000" Tornanti mit Kopfsteinpflasterbelag!
Nach Airolo: Seitenwagentreffen - "Jetzt überholen euch gleich 150
Motorräder".

Abfahrt von "Gothardo" wieder Kopfsteinpflaster mit kleinen Sprungschanzen.
Udo: "Superabfahrt, so richtig mountainbikeig, wieso fahr'n die Auto's bloß so langsam"?
Horst, Klaus: "Scheiß Abfahrt, ich glaub mei' Rad fällt auseinander!"

Auch der Pass Nummer 3 (Furka) ist nicht schwer, viele Kehren und einige Pausen zum Sonnen und Verschnaufen erleichtern das Vorankommen.
Am Gipfel dann: Wie steht so schön im Alpentainingsbuch - "Auf Radbreite zum Rh"negletscher". Entweder ist der Gletscher in letzter Zeit sehr sehr sehr stark zurückgegangen, oder der Schreiber des Buches hat ein Rad mit mindestens 200 Meter breiten Reifen!

Abfahrt vom Furka: Gemütliches rollen bis zum Campingplatz.

Puh!! Die erste Riesenrunde war einfacher als wir uns das gedacht hatten!

Abends bauen Holländer im strömenden Regen ihr Zelt auf - Eine wirklich gute Show.
Angeregt durch diese Show, planen wir die Erfindung eines Spannerzelts.
So ein Zelt müsste von innen nach außen durchsichtig sein, in der Gegenrichtung aber vollig normal aussehen. So ein Zelt wäre sicher der Schlager, unsere erste Million wäre damit schnell verdient!

14. Tag (Sonntag, 14. August)

Abfahrt in Ulrichen, 9:45 Uhr
Grimselpass (P 19), 11:30 Uhr, 17km 2165m (+)
Innertkirchen; (nicht im Campingführer) 620m (-)
1 Dusche, 1 Franken, Start/Stop. Mit WoHü,
Sanitär-Museum und mechanisch-pneumatischem Webstuhl.

Tkm.: 45; Thm.: 825; Tpq.: 1:_____; Thd.: -720m

Auffahrt zum Grimsel ist kein Problem, viele Kehren mit guter Aussicht
sorgen für Ablenkung. Trotz Gepäck überholen wir sogar einige Rennradler, die war'n allerdings ganz schön auf der Null.

Klaus' Speiche reißt bei Grimsel-Abfahrt. Er kann aber mit einen mittleren Achter weiterfahren.

Viele Freefall-Tunnels. Dunkel scheinbar ohne Boden (jedenfalls
mit Sonnenbrille), ca. 50-60km/h.
Superabfahrt, nur fliegen ist schöner (Einstimminge Meinung,
bei Klaus etwas von seinem Achter getrübt).

15. Tag (Montag, 15. August)

Rad zur Reparatur gebracht.
Wanderung durch Aareschlucht, der Rückweg führte über einen saumäßigen
Berg. Leider mussten wir auch runter latschen, da wir die Räder natürlich nicht mit hatten. Das nächste Mal nehme ich mir ein Skateboard mit!

Klaus holt sein Rad mit der "goldenen" Speiche ab (45 Franken).
Da wär' ich auch gern Fahrradhändler, ne gold'ne Nase ohne sich
anzustrengen!

Nachmittags Fahrt nach Meiringen (Sherlock Holmes an jeder Ecke)
und Fahrt mit Schienen-Standseilbahn zu den Reichenbachfällen.
Nicht zu vergessen: "An der Umgehungstraße kurz vor den Mauern
unserer Stadt, steht eine Nervenklinik, wie sie noch keiner
gesehen hat". Herr Witt muss wohl hier gewesen sein, als er dieses
Lied gemacht hat! Alles passt genau. Vielleicht ist er sogar noch
hier, denn oben bei den Wasserfällen begegneten wir einen begnadeten
Geländertrommler. Horst stoppte sein Solo mit nur einen Schlag
(auf das Geländer).

16. Tag (Dienstag, 16. August) -- ohne Gepäck --

Runde 39 aus dem ATB.

Abfahrt 7:20 Uhr
Grimselpass (P 20), 10:00 Uhr, 27km 2165m (+)
Gletsch, 10:25 Uhr 1757m (-)
Furkapass (P 21), 11:36 Uhr, 44km 2431m (+)
Wassen 916m (-)
Sustenpass (P 22), 15:30 Uhr, 94km 2224m (+)
Zurück am Campingplatz Innertkirchen, 17:00 Uhr 620m (-)

Noch einmal 3 Pässe über 2100m, die meisten Tageskilometer und
die meisten Tageshöhenmeter.

Tkm.: 122; Thm.: 3527; Tpq.: 1:_____; Thd.: 0m

Der 1. Pass: Grimsel, die ganze schöne Abfahrt zurück, diesmal fliegt
man nicht so gut durch die Tunnels.

Der 2. Pass: Furka, auch hier sind wir schon in die andere Richtung
drüber gefahren (1. Riesenrunde). Auf dieser Seite ist die Steigung
aber viel kürzer und ziemlich leicht. Die Abfahrt dagegen ist wieder
einmal sehr flott. Einige Autos fuhren jedenfalls langsamer als wir - und keine schneller.

Der 3.Pass: "Susto's" 30-Kilometer-Anfahrt (fast) ohne jegliche Kehren.

Mir fallen ständig die "wichtigsten" Stellen vom "Watzmann" ein:

"Ich steh' bis zu den Waden in einen Kuhfladen und zermalm auf
der Alm einen Halm. Am Himmel zieh'n die Wolk'n die Kühe wer'n gemolk'n"...
"Groß und mächtig, schicksalsträchtig, um seinen Gipfel jagen -- Nebelschwaden"...
"Viel hat's scho packt, 'n Berg aufi g'lockt,
g'folgt sans ihm tapfer, aber der Berg, der will sei' Opfer ..."

u.s.w.

Diesmal muss es wirkich ein schwerer Berg sein, denn nicht nur ich (Udo) habe leichte Ausfallserscheinungen (Rezitieren obiger Verse), sondern auch Klaus (üblicherweise eher ruhig in dieser Beziehung) fängt zu lallen an, er erzählt von irgend einem eigenartigen NDW-Lied: "Tatü-Tata die Post ist da..." Hört sich eigentlich recht gut an, wieso kenne ich das nicht??
Hoffentlich gibt es das Lied wirklich (er will mir eine Kassette liefern) - möglicherweise hat er auch nur phantasiert (Delirium Trampelns).
Nur Horst fährt ziemlich stumm den Berg hinauf - wirklich unfair!

Unterwegs gibt es am Straßenrand mehrere eiskalte Quellen - zur Erfrischung springen wir fast hinein (jedenfalls sahen wir nach jeder Quellenpause so aus)!

Abfahrt : Viele unbeleuchtete Tunnels, einige wirklich ohne Boden (Belag). Tolle Freefall-Abfahrt ganz nach meinen Geschmack. Klaus und Horst hatten wiedermal etwas gedämpftere Ansichten. Wieder macht sich eine meiner Limoflaschen selbständig - diesmal eine leere.

Die 2. Riesenrunde, diesmal war's schon etwas härter, als wir wieder
am Campingplatz waren, waren wir schon alle froh!

17. Tag (Mittwoch, 17. August)

Pausetag mit Regen im Zelt (Regen nicht im Zelt).
Zum Glück hat der Campingplatz einen schönen Aufenthaltsraum.
Klaus und Horst waschen heute ihre "verbrauchten" Klamotten, bei mir
siegt die Faulheit.

18. Tag (Donnerstag, 18. August) -- ohne Gepdck --

Rosenlauischlucht mit Gletscher
Auffahrt 120 min.
Grosse Scheidegg (P 23) 1962m (+)
Umkehrpunkt
Abfahrt 30 min.
Zurück nach Innertkirchen 620m (+)

Auffahrt: Der erste Teil (bis zur Gletscherschlucht) führt
mit mittlerer Steigung durch einen Wald, der Belag ist hier
ein ständiger Wechsel aus Schotter und Teer.

Wie es sich für Schluchtenflitzer gehört, mussten wir natürlich
auch diese Schlucht durchsteigen.

Die restliche Auffahrt (zur Grossen Scheidegg) war duchgehend
geteert, dafür hatte sie ziemlich steile Rampen. Dieser Teil
war für Autos verboten (auch auf dem andern Teil waren kaum Autos
unterwegs), dafür warnte ein Schild die Radfahrer vor dem Postbus.
Dort stand in etwa, falls ein Bus kommt sofort die Straße räumen
egal wie oder wohnin - der Bus hat unbedingte Vorfahrt!!
Ein Bus hat uns überholt, aber so bedrohlich, wie das Schild
andeutete war es dann doch nicht.

Abfahrt von der Grossen Scheidegg: Udo: "Super Abfahrt!",
Klaus und Horst: "Scheiß Abfahrt!".

Auf vielfachen Wunsch wasche ich das sogenannte "Stinkende".
Wieso ausgerechnet dieses T-Shirt, das ich eigentlich nur auf
den Abfahrten übergezogen hatte eine derart aromatische Ausstrahlung
entwickelte, ist mir schleierhaft. Schimmelnde Sonnenmilch mit Schweiß - eine anregende Mischung!

Tkm.: 60; Thm.: 1342; Tpq.: 1:_____; Thd.: 0m

24501Höos bis hierher

19. Tag (Freitag, 19. August)

Meiringen 565m (-)
Brünigpass (P 24) 1008m (+)
Stans 425m (-)
Vierwaldstätter See 434m
Mit Fähre von Beckenried nach Gersau
Brunnen; "Urmiberg"; CH3110 437m
Kiosk, 2 kostenlose Duschen

Tkm.: 70; Thm.: 455; Tpq.: 1:_____; Thd.: -183m

Wieder ein sehr gemütlicher Tag mit mehr Gammeln und Pause als
Trampeln. Interessante Wolkenbeobachungen eine etwas tiefer liegende
Schicht zieht in die entgegengesetzte Richtung wie die oberen
Wolken. Sieht gut aus, fast wie der Vorspann der Fernsehserie
"Against The Wind".

Abends liefert der Mond ein wirklich gutes Schauspiel. Er steigt
hinter einen Berg auf und sorgt für gespenstige Beleuchtung. Horst
verpasst die ganze Show, er liegt schon im Zelt. Wir versuchen
mehrmals ihn (mit seinem Foto) aus dem Zelt zu locken - leider
erfolglos.

20. Tag (Samstag, 20.August) -- ohne Gepäck --

Muotathal
Pragelpass (P 25), Umkehrpunkt 1550m (+)
Bahnhof Arth-Goldau 510m
Zurück am Campingplatz 437m (-)

Tkm.: 83,4; Thm.: 1113; Tpq.: 1:_____; Thd.: 0m

Auf der Passhöhe: Schweizer-Käse-Felsen.
Die Auffahrt ist ganz schön knupprig - 18% Steigung, die Straße
ist so schmal, dass keine 2 Autos aneinander vorbeikommen. Zum größten
Teil fährt man durch ein dichten schattenspendenden Wald - trotzdem
schwitzen wir ganz schön.

Die Abfahrt auf der selben Seite entschädigt für die Mühen der Auffahrt.
Diesmal einstimmige Meinung : "Gut, etwas langsam wegen der engen
kurvenreichen Straße" Anscheinend sind für diese Abfahrt
Mountainbikes besser geeignet als Rennräder, jedenfalls überholen wir
mehrere Rennradler (sehr ungewöhnlich, den meist trampeln die ja sogar
noch auf der Abfahrt).

Da wir anscheinend mit dem einen Berg noch nicht ausgelastet waren, sind wir anschließend noch zum Bahnhof gefahren, um die Radkarten zu kaufen.
Auf dem Rückweg verfange ich mich mit dem Vorderrad in einem Bahngleis, kann aber gerade noch abspringen und einen Noselander vermeiden. Spontan rufe ich einige Worte aus (kein Zitat nötig), was bei ein paar spielenden Kindern für Heiterkeit sorgt.

21. Tag (Sonntag, 21.August)

Arth Goldau 510m (+)
Rückfahrt mit der Bahn über Zürich, Schaffhausen, Friedrichshafen,
Ulm, Stuttgart, Nürnberg, Bamberg.

Tkm.: 15; Thm.: 73; Tpq.: 1:_____;

In der Schweiz Fahrradmitnahme nur als Gepäck ohne Gepäck!

Nürnberg kommt immer näher, der Urlaub ist vorbei:
"Verdammich nu' is das schon wieder 7, ich muss mein' Kadaver
zur Arbeit schieben - ich fass' heut besser nix an, ich komm'
sonst bloß in Schweiß ..."

Gesamtkilometer: 1417; Gesamthöhenmeter: 26780;
Gesamtproportionalitätsquotient: 1:_____
Gefahrene Pässe: 25.

Gesamtkilometer: 1417; Gesamthöhenmeter: 26780;

Alpen 94 II - Die Dekadenztour

Motto: Trotzdem schön hier - ein Wochenende mit Schnee am Glocki.

1. Tag (Freitag der 16. September 1994)

Anfahrt mit dem Auto nach Fusch an der Glockerstraße.

Unterwegs kauften wir in Österreich noch die wichtigsten Sachen ein.
Zwei Paletten (20 Stück) FruFru für den Export nach Nürnberg waren
da schon nötig!

Camping auf dem Traditionsplatz, sonst wurden auf dieser "Dekadenztour" fast alle Traditionen vernachlässigt.

Wir haben wie immer unser 3 Personen Zelt dabei. Ohne Gepäck -
das haben wir ja im Auto - haben wir riesig Platz! Gerhard will trotzdem unbedingt im Auto (halb im Kofferraum, halb auf der Rückbank) übernachten. Vielleicht hat er Angst vor uns?? - Na, jeder wie er's braucht!

Nachts fängt es an zu regnen.

2. Tag (Samstag der 17. September 1994)

Radtour zum Glockner (Edelweißspitze).

Morgens immer noch Regen.
Wir ignorieren das Wetter, schließlich haben wir ja ganz antitraditionell ein wasserdichtes Auto auf dem Campingplatz als sicheren Lagerplatz für eine neue trockene Schicht Klamotten.

Horst hatte ja leider keine Zeit, aber wir haben seine Videokamera dabei, um ihm die wichtigsten Eindrücke zu vermitteln!

Der leichte Regen hält bis zur Mautstation an. Er ist aber nicht so
stark, dass man die Regenklamotten herausholen müsste. Die Steigung bis dort ist auch eher gemäßigt.
Nun wird's ernst - ca. 12% bis zum Gipfel! Schon nach kurzen ist man
mitten in den Wolken.
Ab ca. 1500m über dem Meer beginnt es zu schneien, die Straße ist aber
zum Glück geräumt. Eine Winterlandschaft im Spätsommer - wirklich ungewohnt!

Von der Umgebung sieht man nichts - alles in den Wolken. Da man auch den weiteren Verlauf der Straße nicht erkennt, verschätze ich mich etwas mit der Entfernung zur Abzweigung Edelweißspitze. Hinter jeder Ecke sage ich: "nun kann es aber wirklich nicht mehr weit sein". Man glaubt mir spätestens nach der dritten Ankündigung aber nicht mehr.
In Anbetracht der steilen Kehren, durch die wir dabei schon seit mindestens einer halben Stunde fahren, kann ich das sogar verstehen. Einige dieser Ankündigungen später erreichten wir aber doch die ersehnte Abzweigung!

Gerhard war ziemlich auf der Null, er schwitzte, fror und zitterte. Seine Füße waren eingeschlafen und was weiß ich noch alles! Klaus und ich hatten einen wahrscheinlich nicht sehr aufmunterenden Spruch parat: "Trotzdem schön hier!"

Die letzten 1.6km zur Edelweißspitze waren schon für Autos gesperrt. Hin und wieder erschwerten Schneereste auf der Fahrbahn das Vorankommen. Oben angekommen wurden wir für die Auffahrt entschädigt. So einsam wie heute hatten wir den Parkplatz und den kleinen Aussichtsturm noch nie gesehen. Zwar hatte man gar keine Aussicht irgenwo hin. Man hat von dem Turm aus fast den Parkplatz nicht mehr gesehen! Aber bei guten Wetter mit Fernblick zum Zeller See
waren wir ja auch schon hier gewesen. Diesmal war's halt mal was anderes - aber :
Trotzdem schön hier!
Kurze Pause in der Gipfelwirtschaft, wir holen einige Postkarten. Da wir bevor es noch kälter wird wieder im Tal sein wollen, brechen wir wieder auf. Ich ziehe mir ein T-Shirt, zwei meiner wärmsten "Flauschi"-Pullover und eine Regenjacke an. Die anderen zwei
werden wohl eine ähnliche Anhäufung von Kleidungsstücken übergestülpt haben.
So ein Mist - ich habe meine Sonnenbrille vergessen! Da der Schneefall
nun stärker wird, sinkt somit die Sicht auf der Abfahrt auf Null. So ca. alle 10-20m kann ich mal kurz die Augen aufmachen, um zu schauen, ob ich noch auf der Straße bin. Da zusätzlich noch sehr dichter Nebel ist, erinnert das Ganze sehr an einen Blindflug.

Entgegenkommende Autos sieht man erst, wenn sie schon fast vorbei sind. Wir müssen auch auf der Abfahrt einige Pausen machen, da die Finger vom ewigen Bremsen schon kalt werden.
Unten in Tal empfängt uns wieder sommerliches Grün - kaum zu glauben!

3. Tag (Sonntag der 18. September 1994)

Wanderung zum "Wafferfall".
Auf eine zweite Radtour verzichten wir, weil Gerhard auch so Zitat: "Die Effektivität seines Urlaubs nachgewiesen hat!"

Rückfahrt mit dem Auto - Die zwei Paletten FruFru werden vom Zoll nicht beanstandet!

Ein gelungenes - etwas anderes - Wochenende!