Intelligente Sätze wie du und ich

Auf jeder Alpentour sowie auf fast jeder Tagestour sprach mindestens einer von uns wenigstens einmal: Ich foahr fei langsam nauf!
Hochdeutsch: Ich werde mit einem so kleinen Gang gemütlich hinauffahren, dass ich den Gipfel erreiche, ohne auf der 0 zu fahren, auch wenn es etwas länger dauert!
Dieser Spruch nimmt jedem noch so steilen Anstieg den Schrecken. Daher wird dieses Vorhaben von den anderen Mitfahrern meistens mit Zustimmung erwidert.
An einem Nachmittag im Sommer 1987 sprach ein bislang namentlich nicht bekannter Fahrradhändler aus Füssen: In jebm Ort der Welt gibts än Fahrradhändler!
Hochdeutsch: In jedem Ort der Welt gibt es einen Fahrradhändler.
Die inhaltliche Aussage dieses Spruches kann getrost angezweifelt werden.
Nach der Abfahrt von der Franz-Josephs-Höhe am Nachmittag des 24.8.1990 rief Joe in Heiligenblut: Des woar ich - mei Räff is geblatzt!
Hochdeutsch: Dieser Knall kam von meinem Rad - mein Reifen ist soeben geplatzt.
Nachahmungsversuche, wie z.B. von Udo am 10.8.1991 können nur als mittelmäßige Imitationen bezeichnet werden.
Wahrscheinlich im Laufe des 23.8.1992 sprach irgend jemand von uns während des Wartens in einem Bushaltestellenhäuschen: Sis scho viel heller worn.
Hochdeutsch: Es ist schon viel heller geworden.
Drückt den Wunsch nach besserem Wetter aus. Kann auch bei tatsächlich ersichtlicher Wetterbesserung angewandt werden. Weniger nachvollziehbar ist der Spruch, wenn er bei einsetzender Dämmerung ausgesprochen wird, auch wenn der Wunsch nach besserem Wetter noch so groß ist.
Am frühen Morgen des 26. oder 28.6.1993 sprach Joe mitten in Zernez (sehr laut): Ich gläb ich könnt gerüssl!
Hochdeutsch: Ich denke, ich könnte jetzt etwas Schlaf gebrauchen.
Womöglich hatten viele Einwohner von Zernez zu diesem Zeitpunkt ähnliche Gedanken, nur wurden sie von niemandem sonst in so eindrucksvoller Weise in Worte gefasst.
Zur Mittagszeit des 22.7.1997 sprach Bernd an einer der steilsten Stellen der Penegal-Rampe: Ich muss den Gang foahrn, den ich jetz hab.
Hochdeutsch (frei übersetzt): Ich bin im Moment so gut im Tritt, dass es für mich eine Anstrengung bedeuten würde, einen Gang nach unten zu schalten.
Da die geistige Aufnahmefähigkeit von Udo und mir zu diesem Zeitpunkt stark reduziert war, konnte der genaue Wortlaut nicht eindeutig geklärt werden.
Mehrfach im Verlauf der Alpentour 1998 sprach Udo den Satz: Ich reise ab!
Inhaltliche Aussage: Was mache ich hier? Wieso schlafe ich nachts auf hartem Erdboden? Warum plage ich mich tagsüber in der größten Hitze Straßen hinauf, ohne auch nur ein bisschen dafür trainiert zu haben?
Der Spruch stammt ursprünglich aus dem Fernseh-Vierteiler Die Piefke-Saga, in dem Karl-Friedrich Sattmann diesen Spruch, auf einer Gondel eines am Abend stillgesetzten Sesselliftes sitzend, ausrief.
Am Gipfelpunkt des Nufenenpasses am Abend des 8.8.2000 sprach Udo nicht zum ersten Mal: Hier könnt ich jetz hoggnbleim, bis ich widdä am Kämbingblatz bin.
Hochdeutsch: Hier könnte ich jetzt sitzenbleiben, bis ich wieder am Campingplatz bin.
Zu diesem Zeitpunkt war die Aussage dieses Spruches allerdings nicht ganz unrealistisch. Man musste sich nur auf einen Sattel setzen und warten, bis man 1000 Meter tiefer war.
Bei der Auffahrt zum Furkapass am Mittag des 9.8.2000 sprach Udo während einer Pause in einer Straßenkehre: Innen, da platzen die Spinnen. Außen da macht man die Pausen!
Wieso sich diese Arachniden mit ihrem Nachwuchs vorzugsweise innerhalb von Straßenkehren aufhalten, konnte bislang nicht geklärt werden.
Wann sprach eigentlich wer und wo den Spruch: Ä schönns Glummpp - nur een Gang.
Hochdeutsch: Es muss sich bei diesem Fahrrad um eines von minderer Qualität handeln, da die ungewöhnliche Trittfrequenz auf die fehlende Möglichkeit hindeutet, unterschiedliche Übersetzungsverhältnisse zu wählen.
Oder eben einfach: Ä schönns Glummpp - nur een Gang!

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